Regattavorbereitung: Baltic Sprint Cup 2008

Petra Kliba-Schmidt Unser Team bildet sich immer weiter und macht bei neuen Projekten mit, damit wir Ihnen ebenso neue Erfahrungen weiter vermitteln können! Nach der Atlantiküberquerung von Petra im letzten Jahr, als sie mit einer reinen Damenmannschaft als Co-Skipperin von New York nach Hamburg segelte, wird sie in diesem Jahr Teil des Baltic Sprint Cups. Letze Woche gab es das erste offizielle Training mit der Verstärkung aus Kroatien und hier können Sie den Bericht lesen...

Wie man von einer Regattateilnahme zum Training kommt

Am Mittwoch reisten schon die ersten Crewmitglieder nach Warnemünde ein. Dieses Mal war Petra auch dabei, die alte-neue Verstärkung des Teams. Nach einer langen Auto-Flug-Zug-Auto-Fähre-Anreise nach Hohe Düne, trafen sie und Madeleine gegen 22 Uhr in Warnemünde ein. Dort warteten schon Klaus und seine Verstärkung für die Regatta, Uwe. Außer den beiden netten Menschen warteten auf uns auch stramme 6 Windstärken in Böen 7. Nach einer kleinen Überlegung, schafften es wir die Jungs davon zu überzeugen, dass es besser wäre, sich kurz hinzulegen, um dann etwas ausgeschlafener so gegen 3 Uhr gen Kiel loszufahren. Die ganze Nacht hörten wir den Wind pfeifen, aber dennoch standen wir auf, machten einen Spaziergang zum Leuchtturm, um das Meer zu bewundern und entschlossen uns, mindestens zu probieren, an dem Donnerstag noch rechtzeitig zum Real Race nach Kiel zu kommen.

Crew DHH-KPMGDie guten Kevlarsegel gehören geschont, also ziehen wir die Sturmfock und fahren unter Motor in Richtung Fehmann. Unser Motto war, sich nicht nach hinten umzudrehen, weil man dann sah, dass wir kaum vorankamen. Wenn man nach vorne schaute, sah man nur die steifen Wellen auf uns zukommen. Nach einem 3-stündigen Kampf gaben wir schließlich auf; die Vernunft war stärker und wir mussten uns von der Teilnahme an der Regatta verabschieden. Das fiel uns allen sehr schwer, sodass wir entschieden, noch einmal bis 11 Uhr abzuwarten, ob der Wind doch nicht ein bisschen nachlassen will. Aber vergeblich. 25-30 Knoten in den Böen waren einfach zu viel für Material und Mannschaft.

Ein neuer Plan musste her! Madeleine schrieb schnell alle Crewmitglieder an, es findet ein spontanes Training statt! Während wir auf die Antworten warteten, zogen wir zum Strand, machten einen langen Spaziergang und haben sogar gebadet: ja, unsere Südländerin auch! Donnerstagnachmittag war klar, dass Inken, Kirsten und Ina kommen können, und das am Wochenende noch einmal richtig trainiert wird. Am Donnerstagabend besiegte dann Kroatien bei der EM Deutschland mit 2:1; unsere Kroatien überlebte alles!

Den Freitag hatten die beiden früh Anreisenden für sich selbst genutzt: die Madeleine ging reiten, die Petra besuchte ihre Trauzeugin und machte Sightseeing in Warnemünde.

Beim TrimmenAm Samstag wurde noch kurz das Schiff klar gemacht, Spibäume in Ordnung gebracht, Life-line festgemacht und so gegen 13 Uhr fuhren wir aufs Wasser. Der Wind hatte ein bisschen nachgelassen; wir hatten nur Böen mit 5 drinnen und fuhren deswegen mit dem ersten Reff los. Wir hatten eine lange Kreuz gemacht, Wendeabläufe geübt und dann verabschiedete sich der Wind von uns. Fast standen wir ohne Wind, die Welle war aber noch da. Der Spinnakerkurs wurde zu einem Alptraum! Ausgerefft, Spi gesetzt, viel gehalst, den Code-R ausprobiert und so gegen 18 Uhr waren wir dann wieder im Hafen. Alle sehr hungrig begaben wir uns zum Essen. Es gab lecker Lahmrücken oder Fisch, nur die Portionen waren für uns Seglerin zu klein. Mit einem traumhaften Blick über dem Hafen und zwei auslaufenden Fähren, die sogar Feuerwerk genossen, genossen wir auch den kühlen Abend unter zwei Decken.

Am Sonntag müssten wir eher raus, weil Petra wieder ihre Reise nach Kroatien antreten müsste. Gegen 10 Uhr fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein raus und da wir ablandigen Wind hatten, setzten wir sofort den Spi und halsten solange bis Inken keine Worte mehr hatte, weil die Manöver so gut geklappt hatten. Als wir dann unseren zweiten Spischenkel fahren wollten, zog eine schwarze Wolke immer mehr zu uns hin und es müsste noch einmal zum Schluss fast alles geborgen werden: Fock 3 runter, 1. Reff, Sturmfock rauf...und dann gegen an, schließlich kann uns das nicht erschrecken! Gegen 13 Uhr entschieden wir uns zurück zu segeln, die Klamotten zu trocknen und wieder zu verpacken.

Alles in allem, ein tolles Wochenende, gutes Segeln, alle Wetterbedingungen, die man sich vorstellen kann und eine große Vorfreunde auf das Baltic Sprint Cup mit unserer schnellen A35!

TEAM DHH/KPMG
Inken Braunschmidt, Skipper
Melanie Aalburg, Co-Skipper and main sail trimmer
Petra Kliba-Schmidt, Tactician and genua/spi trimmer
Ina Symhardt, second trimmer
Madeleine Krüger, Pit
Frauke Windolph, Mast
Anne Bastgen, Bow