Dürfen Charteryachten aus dem Ausland in Kroatien einen Crewwechsel vornehmen?
An dieser Frage scheiden sich die Geister. Zwar trifft die seit 2005 gültige kroatische Verordnung zum Befahren der Küstengewässer dazu keine klare Aussage, aber zumindest für das Hafenamt in Sibenik ist es zweifelsfrei, dass sich die Möglichkeit zum Austausch der Besatzungsmitglieder allein auf Eigneryachten erstrecken, die über See einreisen. Das ergab eine Recherche der Kreuzer-Abteilung im Hafenamt von Sibenik, nachdem einer Chartercrew, die aus Izola in Slowenien gekommen war, dort Anfang Juli der Crewwechsel verweigert wurde.
Die Aussage des Beamten in der Luka Kapitania des Einklarierungshafens von Sibenik, am kroatischen Festland zwischen den größeren Städten Zadar und Split gelegen, war eindeutig: Hätte der Skipper nicht den Chartervertrag vorgezeigt, hätte er aller Wahrscheinlichkeit nach den gewünschten Austausch der meisten Besatzungsmitglieder wie gewünscht abgewickelt. Denn Privatyachten dürfen einmal die Crew austauschen und müssen aber mit der Crew die kroatischen Gewässer wieder verlassen. Ein zweiter Crewwechsel ist nicht erlaubt, damit wäre der Tatbestand der Kabotage erfüllt. Personenbeförderung ist seit 2005 nur noch unter kroatischer Flagge möglich, was zu einem großen Protest ausländischer Segler geführt hatte.
Ob eine Yacht nun unter Charter fährt oder einem Privateigner gehört ist für den Bediensteten einer Hafenbehörde offenbar aus den Bootspapieren heraus nicht ersichtlich. Denn (Privat-)-Yachten, die aus dem Ausland einreisen, machen unter Vorlage der Bootspapiere, der Versicherungsbestätigung etc. nur eine Crewliste, die einmal geändert werden kann. Die neue Personenliste mit einer Höchstgrenze ist nur für in Kroatien stationierte Boote vorgesehen. Vor allem aber ist sie nur für Privatyachten vorgeschrieben. Für Charteryachten fühlen sich die Hafenbüros nach Auskunft des Kapitania von Sibenik nach Einführung der neuen Verordnung per se nicht mehr zuständig. Das Yachten der Charterfirma aus Izola 2005 auf dem Hafenamt von Zadar noch Crewwechsel durchführen konnten, führt ein Insider auf die chaotische Übergangszeit zurück. Oder aber, es wurden die Charterpapiere nicht gezeigt.