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Hier gehts nach Kleipeda... Print E-mail
...oder vielleicht doch dort oder vielleicht da vorne? Dies war ein Rennen für Taktiker. Nicht weil die Strecke so kompliziert gewesen wäre oder weil die Regattaleitung uns so viele zu umrundende Wegpunkte gegeben hätte sondern weil für das Wetter zunächst abflauende Winde, dann teilweise Flaute von vorne und dann viel Wind genau von vorne angesagt war.

Es ging also darum  nach der Startkreuz, die uns diesmal sehr gut gelungen ist, möglichst viel Strecke zwischen uns und Schweden zu bringen, um dann zwischen drei taktischen Möglichkeiten zu wählen: Entweder ein gutes Stück nach Norden zu segeln, um von der Flaute möglichst wenig mitzubekommen und um dann – das ist der Vorteil dieser Option – mit einem Schrick in den Schoten bzw. auch keinen Fall kreuzender Weise nach Kleipeda zu segeln.

Die zweite Möglichkeit bestand darin zunächst wie bei der ersten Möglichkeit 20-30 sm zwischen sich und Schweden zu bringen, dann aber nach rechts unten (Süden) abzubiegen, die Flaute damit zu umgehen und dann sich wieder auf Kurs Kleipeda zu begeben. Zwar macht man damit mehr Strecke, doch wird man dann vom Wind, der auch etwas mitdrehen sollte wieder Richtung Ziel Kleipeda gezogen. Nachteil dieser Option: mehr Strecke und die Befürchtung mit unseren 35 Fuss Bootslänge für diese Option nicht schnell genug zu sein.

Wir haben uns für die dritte Variante entschieden: Es beginnt wieder mit viel Strecke zwischen uns und Schweden, doch dann haben wir nur einen leicht nördlichen Kurs gewählt, haben die Flaute nachts für nur 2 Stunden gehabt und während dieser Zeit trotzdem immer ca. 2 kn Fahrt im Schiff gehabt. Um uns rum standen die grösseren Schiffe, hier hat sich unser kleines, sehr leichtes Boot einfach davon gemacht. Dann setzte der Wind ein und wir sind die komplette Strecke nach Kleipeda mit einem Schrick in den Schoten gefahren, dass heisst wir hatten eine gute Bootsgeschwindigkeit Richtung Ziel. Unangenehm war nur, dass der Wind immer mehr auffrischte, bis zu 23-25 kn und sich eine sehr hohe, brechende Welle aufbaute. Das Wasser der sich brechenden Wellen ergoss sich immer auf Schiff, Crew und teilweise auch ins Schiff, wenn mal wieder jemand vergessen hatte die Eingangsluke ganz dicht zu ziehen... Aber über die Grade der Nassheit haben wir ja schon berichtet.

Abends nach Sonnenuntergang sind wir erschöpft aber glücklich durchs Ziel gegangen. Unser Schiff hat sich bei Wind und Wellen von vorne bewährt und wir haben diesmal den 6. Platz gemacht, bei einem Rennen, in dem am Ende die Berechnung der Plätze sehr nah beieinander liegen! Unserer Taktik war gut, jetzt müssen wir analysieren, ob wir im Süden noch schneller gewesen wären.

Inken Braunschmidt

 
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