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Wenn Engel Wellen reiten ... Print E-mail
Die Wettervorhersage für die erste Etappe des Baltic Sprint Cup von Travemuende nach Karlskrona versprach viel Wind, Gewitter und Schauerboen und gegen Abend „sonnige Momente“.  Für uns Frauen auf der „KPMG“ also genau das Wetter, welches  wir vom Atlantik her schon gewöhnt sind. Hat jemand was von Sommerurlaub gesagt? Nach wie vor gilt wohl: Wir mögen es nass. 
Unabhängig vom Regen von oben, fördert das neue Boot, welches wir dieses Jahr segeln, den Zustand der Nassheit auch gleich doppelt: die KPMG ist klein (nur 35 Fuss = 10,70 m), flach, hinten offen, so dass das Wasser leicht von allen Seiten über Deck und Seglerinnen fließen kann. Kommt man mit dem Schiff ins Gleiten, spritzt links und rechts das Wasser in Fontänen hinten ins Cockpit und auf die Frauen, die auf der Kante sitzen. Ein anderer Grad der Nassheit ist der, der innerhalb des mehrlagigen Schichtensystems, welches wir gegen die Nassheit von außen tragen, auftritt: Da jedes Segelmanöver, Trimmen und Steuern bei viel Wind einiges an Kraft abverlangt, nimmt die Feuchtigkeit durch Schwitzen von innen immer mehr zu.
Was stimmt mit uns eigentlich nicht, dass wir uns immer wieder diesem Zustand der Nassheit freiwillig ausliefern? Wir wissen es genau: Wir wissen es, wenn die Crew beim Surfen der Wellen laut jubelt, weil schon wieder der letzte Top-Boot-Speed gesteigert wurde. Wenn die Sonne auf ein aufgewühltes Meer scheint und wir mit unserem Spinnaker über die Wellen reiten. Wenn das Gefühl von „mit den Elementen eins sein“ Lächeln in die Gesichter der Crew malt. Wenn Engel Wellen reiten, gibt es keine schlechte Wettervorhersage. Am Ende haben wir den achten Platz in unserer Gruppe gemacht. Bei der nächsten Etappe müssen wir unser Boot wohl noch mehr die Wellen runter reiten und noch nasser werden.
(Inken Braunschmidt)

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